Erster Tag
7 Uhr: Ich klettere aus meinem schmalen Bett in der Kajüte. Vorsicht, Kopf nicht anstoßen. Am Abend vorher bin ich mit 23 anderen Passagieren an Bord gegangen. Nun will ich endlich alles bei Tageslicht sehen. Das Schiff: Solway Lass, 1902 als Frachtschiff in Holland gebaut. Heute: Touristenfahrten rund um die Whitsunday Islands. Die Fahrt vom Hafen hinüber zur Inselgruppe haben wir am Vorabend absolviert, viel war also nicht zu sehen.
8 Uhr: Nach dem Frühstück geht es los. Von Hook Island fahren wir zur Whitsunday Island. Die Sonne scheint, das Wasser ist strahlend blau. Immer wieder Inseln im Blick, 74 gehören insgesamt zu den Whitsundays.
10.30 Uhr: Halt im Tongue Bay. Im kleinen Boot mit Motor betrieben gehen wir an Land. Zehnminuten Fußmarsch und ich habe eine der schönsten Aussichten. Hill Inlet.
Das Postkartenmotiv. Hier schlängelt sich das blaue Meerwasser in einer langen, schmalen Bucht und vermischt sich mit dem strahlend weißen Sand. Der Sand von diesem Fleckchen der Erde ist so fein, dass daraus die Linse für das Hubble-Teleskop gemacht wurde.
Es geht ab an den Strand. Wassertemperatur etwa 25 Grad. Leider muss man um diese Jahreszeit schon spezielle Anzüge zum Schutz anziehen, weil kleine fiese Quallen die Gewässer bevölkern.
14 Uhr: Nach dem Mittagessen kommt eine leichte Brise auf. Wir setzen die Segel. Mal ganz un-fachmännisch ausgedrückt: Drei rechteckige und ein dreieckiges Segel in der Mitte sowie ein dreieckiges ganz vorn an der Spitze. Das heißt im Englischen Outer Jib. „Willst Du auch mal?“, werde ich gefragt. Na klar! Also, Seil festhalten und wenn die Frage kommt, ob alles fertig ist, antworte ich mit einem lauten „Ay, ay“ und ziehe an dem Seil. Weiter, weiter und weiter. Ein Blick nach vorn und ich sehe wie langsam das Segeln am Mast nach oben klettert.
15 Uhr: Wir gleiten seicht dahin. 4,7 Knoten. Das sind ungefähr 8 km/h.
18 Uhr: Die Segel sind eingeholt, wir gehen bei Maureens Cove bei Hook Island vor Anker.
18.30 Uhr: Meine erste Dusche an Bord ist ein echtes Erlebnis. Winzig ist der Raum, der Duschkopf direkt über der Toilettenschüssel. Zwei Minuten Zeit, denn der Wasservorrat muss ja reichen.
19 Uhr: Nach dem Abendessen berichtet der Captain von der Fahrt an unserem ersten Tag. Die Whitsundays wurden von James Cook entdeckt, er durchquerte die Passage zwischen Festland und Inselgruppe an einem siebten Sonntag nach Ostern. Ein Feiertag, der ursprünglich White Sunday hieß.
Zweiter Tag
7.30 Uhr: Aufstehen und frühstücken
8.30 Uhr: Es geht raus und wir gehen schnorcheln. Bunte Fische und Korallen zu Tausenden.
10 Uhr: Wir spielen Pirat und machen uns fertig zum Entern. Von Bord aus schwinge ich mich an einem Seil übers Meer und springe dann ab.
11 Uhr: Wir lichten den Anker und fahren nach Blue Pearl Bay bei Hayman Island.
14.30 Uhr: Ich gehe tauchen. Nicht ganz so schön, wie am Great Barrier Reef in Cairns, aber trotzdem beeindruckend. Ich fasse eine Art Anemone an, die sich leicht an meine Finger klettet. Lustiges Gefühl.
20.30 Uhr: Wir gehen im Cid Harbour vor Anker. Der Wind wird stärker. 30 Knoten. Der 400 Kilo-Anker liegt zwar nur fünf Meter tief, aber wir haben auch noch 90 Meter Ankerkette ausgerollt, damit wir auch am nächsten Morgen noch an der selben Stelle sind.

Der schönste Platz, wenn die Segel gesetzt sind. Entspannen im Netz an der Bootsspitze und rundherum nur Wasser.
Dritter und letzter Tag
9 Uhr: Nach ausführlichem Frühstück warten wir darauf, dass es aufhört zu regnen. Landgang und kleiner Spaziergang zum Sawmill Beach. Das Wetter spielt nur nicht ganz mit und das Wasser scheint nicht in so einem schönen Blau, wie man es kennt.
12.15 Uhr: Wir setzen erneut die Segel. Zwar scheint die Sonne nicht, aber dafür gibt es ausreichend Wind.
14 Uhr: Wir fahren von den Inseln Richtung Festland.
15 Uhr: Land in Sicht! Hafeneinfaht – Schade, dass es schon vorbei ist.




Häng du nur rum…einfach so in den Seilen hängen – hi hi hi, das passt
Sitze gerade mit Christin am PC und nutze mal die Gelegenheit dich zu grüßen! Da möchte man keine Steuererklärung mehr machen.
Ahoi Linda,
das sind tolle Abenteuer, die Du Dir nach Deiner Farmarbeit ausgesucht hast. Dein Besuch bei Nemo hat mich an meine Tauchversuche auf Kuba erinnert, da gab es eine 10-Minuten-Einweisung im Pool und dann ging es ab ins Meer. Wahrscheinlich in Deutschland undenkbar, da muss man erst eine Prüfung ablegen… Die Australier scheinen ja auch unkomplizierter zu sein.
Gehst Du nach den Urlaub noch mal auf eine Farm oder must Du schon zurück kommen?
Viele Grüße von Tante Birgit
gerade habe ich noch mal zurückgeblättert und in einem Deiner früheren Berichte gelesen, dass Du Klamotten für 12 Monate mitnimmst, also hat sich meine Frage nach der baldigen Rückreise erledigt
Ahoi Linda, ich habe gerade mal die letzten Artikel gelesen. Ich muss schon sagen, da packt mich auch das Fernweh. Genieße diese Wochen. Das bleibt sicher unvergessen, auch wenn Dich der Alltag irgendwann wieder einholen wird.
Viele Grüße von up over nach down under
).
Jürgen
Hallo Linda,
ich habe Deine Reiseberichte gelesen und bin begeistert. Toller lebendiger Schreibstil ! Es liest sich fast so, als wäre man selbst dabei. Weiter so! Bin schon auf die nächsten Artikel gespannt.
Viel Spaß und weiterhin viele schöne Erlebnisse in Australien.
Hallo Linda,
das ist ja echt traumhaft, was du alles erlebst – so über dem Meer in den Seilen zu hängen.
Auch die Bilder von Whitehaven Beach sind echt schön. Genieß die Zeit!
Liebe Grüße, Kathrin