Die schöne Insel

Neuseeland ist ein kleines Land. Gerade mal vier Millionen Einwohner, von denen etwa 30 Prozent in Auckland leben. Dafür soll es auf den zwei Inseln mehr als 40 Millionen Schafe geben. Nun, da ich schon eine Weile unterwegs bin, finde ich das gar nicht so unwahrscheinlich. Denn die wolligen Tiere sehe ich fast überall. Mittlerweile habe ich meine Reise fortgesetzt und bin auf der Südinsel. Die soll landschaftlich schöner sein als der Norden. Auch das kann ich nach meinen ersten Eindrücken bestätigen. Zumindest dann, wenn es nicht regnet.

Auf der Fähre – der erste Eindruck
Von der Nord- auf die Südinsel zu kommen ist in Neuseeland relativ einfach. Die Fähre fährt täglich und braucht nur drei Stunden. Es werden – wie im Flugzeug – Filme gezeigt. Doch die schöneren Bilder gibt es auf Deck. Es ist früh am Morgen und die ersten Sonnenstrahlen wärmen die kalte Luft. Nach etwa der Hälfte der Fahrtzeit zeigt sich die Südinsel.

Der erste Blick auf die Südinsel Neusseeland während der Überfahrt mit der Fähre.

Abel Tasman Nationalpark
Im Nordwesten der Südinsel liegt der Abel Tasman Nationalpark. Benannt nach dem Holländer, der 80 Jahr vor James Cook Neuseeland an dieser Stelle entdeckte. Allerdings hatte er wenig Glück mit den Maori. Sein Schiff erreichte die Küste in der Nacht, der Kapitän beschloss mit der Erkundungstour bis zum nächsten Morgen zu warten. Bis dahin hatten sich die Maori am Strand aufgestellt. Als das kleine Boot mit vier Männern aus der Besatzung an Land ging, griffen die Maori an und – so berichtet es unser Tourguide – verspeisten die Eindringlinge. Abel Tasman beschloss, dass dieses unwirtliche Land eher nichts für ihn ist und segelte davon.

Segeltörn im Abel Tasman Nationalpark,


Heute ist der hübsche Flecken Nationalpark und bekannt für Bilder von türkisblauem Wasser und grünen Bergen. Meine Ankunft ist eher neblig und regnerisch. Doch der nächste Morgen verspricht zumindest einen trockenen Vormittag und ich entscheide mich für einen kleinen Segeltörn.

Punakaiki und Pancake Rocks
Die Westküste in Neuseeland hat ihre eigene Great Ocean Road. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und die Aussicht ist einfach herrlich.
In Punakaiki gibt es die Pancake Rocks. Felsformationen, die aus verschiedenen, übereinandergelagerten Schichten bestehen und wohl an aufgehäufte Eierkuchen erinnern. Dazwischen wird das Meerwasser aus unterirdischen Höhlen nach oben geschleudert und schießt in Fontänen aus dem Boden.

Vorsicht nass! Die Blowholes bei den Pancake Rocks in Punakaiki.

Franz Josef
Wieder Pech mit dem Wetter. In der kleinen Stadt, die von dem ersten europäischen Ankömmling in dieser Region nach dem einstigen österreichischen Kaiser benannt wurde, stand eigentlich eine Gletscherwanderung auf meinem Plan. Eigentlich…wenn es denn nicht geregnet hätte. Die Tour ist also sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Ich begnüge mich mit einem kurzen Blick auf die schneebedeckten Berge, als die Wolkendecke am Nachmittag kurz aufreißt.

Der Blick auf die Berge ist alles, was ich an dem Regentag in Franz Josef sehen. Schade!

Letzter Stopp: Queenstown.

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