Meine Route Richtung Süden: Noosa, Mooloolaba, Brisbane, Surfers Paradise. Nächster Stopp: Byron Bay. Eine kleine Küstenstadt, von der so viele Backpacker schwärmen. Endloser Sandstrand, Sonne, Surfer. Byron Bay ist ein Ort, wo sich Einheimische und Backpacker treffen.
Immer ist irgendwo etwas los und gleichzeitig gibt es Plätze, wo man die Ruhe genießen kann. Zum Beispiel am Leuchtturm. Ein Spaziergang am Strand, der Aufstieg und dann bin ich auch schon da. Die Aussicht ist herrlich. Noch mehr Strand und noch mehr Meer. Und ganz viel Wind. Da hält kein Haarspray die Frisur.
Der Weg führt an der Küste entlang und dann entdecke ich das Schild: „Most easterly point of the Australian mainland“. Der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Da stehe ich und freue mich, genieße die Aussicht, schaue wie das Meerwasser die Felsen umspült.
Von Byron Bay ist Nimbin nicht weit. Eine kleine Hippie-Stadt, die wohl unter die Kategorie fällt: Muss man mal erlebt haben. Die Geschichte ist schnell erzählt. Nimbin wie es heute ist, entstand in den 70er Jahren. Das kleine Städtchen lebte vorwiegend von der Landwirtschaft, litt aber unter der Abwanderung in die Städte. Da tauchten ein paar Hippies aus Sydney auf, die ein Festival veranstalten wollten. Die Stadtväter hielten das für eine gute Idee, schließlich würden so Menschen nach Nimbin kommen und Geld in die Kassen bringen. Das Festival dauerte zehn Tage. Danach entschieden einige der Hippies, dass es ihnen in Nimbin viel besser gefällt als in der Großstadt und sie blieben. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute in Nimbin und sind glücklich, würde wohl der letzte Satz dieses Hippie-Märchens heißen. Die Häuser sind so bunt angemalt wie damals, die Hippies trifft man in Straßencafes, in den Geschäften werden regenbogenfarbene Artikel aller Art verkauft.
Wer sich jetzt die alles entscheidende Frage stellt: Ja, das entscheidende Detail, was jeden Hippie zum richtigen Hippie macht, gibt es auch in Nimbin und zwar nicht zu knapp. Als Besucher muss man sich klar machen, dass es in dieser Stadt bei einem kleinen Rundgang völlig normal ist, dass man gefragt wird, ob man nicht etwas Gras kaufen will. Und nein, so was ist auch in Australien nicht legal. Diese Belehrung haben wir vorab noch im Tourbus bekommen. Aber in Nimbin fragt keiner danach und es schaut auch keiner so genau hin. Nimbin hat eine Polizeistation wie jede andere Stadt, ab und zu fährt eine Streife die Hauptstraße entlang. Im Gemeindezentrum wird neben Nachbarschaftstreffs, Spiele-Nachmittagen für Familien und Kinderbetreuung auch Drogenberatung angeboten. Das ist Nimbin. Für mich brachte der Ausflug etwas, worauf ich nun schon lange gewartet habe: Zum ersten Mal habe ich in Australien einen Koalabären in einem Baum sitzen sehen.






Hallo Linda,mit großem Interesse und manchmal auch neidisch verfolgen wir Deine Erlebnisse. Wir wünschen Dir weiterhin schöne Erlebnisse und alles Gute.
Deine Zella-Mehliser Fechtfreunde