Ich sitze hinterm Steuer und bin der Fahrer in unserem Allrad-Jeep auf der Tour über Fraser Island. Eine einzigartige Sandinsel vor der Ostküste Australiens. Vor mir sehe ich die Düne wie eine Barriere. Die Herausforderung: Mit dem Auto darüber heizen. Ein bisschen mulmig ist mir schon, aber dann denke ich, zwei der sieben anderen Passagiere an Bord sind am Vortag auch auf der Insel gefahren. Ich setze das Auto noch mal zurück, lasse die Kupplung kommen, gebe Gas und halte das Lenkrad fest, damit sich die Reifen nicht im Sand verkeilen und halte auf die Düne zu. Mehr Gas, schneller, den Hügel hinauf und dann habe ich es auch schon geschafft. War gar nicht so schlimm. Die Belohnung: Vor mir sehe ich das Meer und den endlosen Sandstrand von Fraser Island.
Die Insel entstand laut meinem Reiseführer in einem 800 000 Jahre andauernden Prozess, in dem sich verschiedene Sandschichten anhäuften. Ergebnis: Ein paradiesischer Flecken und so unglaublich es klingt, es gibt auf dieser Insel keinen festen Boden und trotzdem ist ein Regenwald gewachsen. Im Inselinneren gibt es Wanderwege, Bachläufe und Süßwasserseen. Einer davon ist Lake McKenzie. Ausflugsziel vom Vortag. Herrlich, auch wenn es etwas bewölkt war.
Zunächst geht es am Strand entlang. Der Jeep gräbt sich durch die Sandmassen. Es fühlt sich ein bisschen an, als würde man in 30 Zentimeter hohem Schnee fahren. Wie das geht, weiß ich ja Gott sei Dank aus den Wintern in der Heimat. Ein Schild weist aus, dass wir durch das Happy Valley fahren. Da wird man selbst gleich ganz fröhlich. Erster Stopp: Ein Schiffswrack, das direkt am Strand liegt und von den Wellen umspült wird. Die Maheno sollte eigentlich 1935 zu einem Schrottplatz der Japaner geschleppt werden, wurde dann aber von einem Zyklon erfasst, an die Küste gespült und da liegt sie nun als Touristenattraktion.
Es gibt viele Möglichkeiten die Fraser Island zu entdecken, sogar im klimatisierten Bus kann man sich über die Insel fahren lassen. Ich habe den etwas abenteuerlicheren Weg gewählt: Drei Tage Campingtour. Vier Fahrzeuge mit je acht Backpackern, vorne dran ein erfahrener Tourguide, der weiß, wie man wo hinkommt. An seinem Fahrstil lässt sich auch immer gut erkennen, wo es auf den Sandstraßen vielleicht etwas knifflig werden kann, wo man Gas geben muss oder besser etwas gediegener fährt. Aber natürlich ist es bei so einer Tour inklusive, dass man sein Auto auch mal aus dem Sand schieben muss. Uns passiert das am Nachmittag – ich habe den Fahrersitz zwischenzeitlich abgegeben. Sofort kommen auch die Backpacker aus den anderen Jeeps zu Hilfe und gemeinsam ist die Situation schnell gelöst.
Zum Übernachten geht es abends zurück in unser Zeltlager, das wir am ersten Abend direkt hinter der Düne aufgeschlagen haben. Campingkocher, Kühlbox mit Vorräten, Wassertank und dann wird das Abendessen gezaubert. Gar nicht so einfach, denn der Sand klebt einfach überall. Zwischen den Bäumen und Büschen und am Strand warten nicht gern gesehene Besucher und hoffen darauf, etwas abzubekommen. Die Dingos – Wildhunde – haben sich doch schon sehr an die Touristen auf ihrer Insel gewöhnt und schauen im Zeltlager vorbei. Tagsüber sehen sie ganz niedlich aus, trotzdem sollte man sie nicht anlocken.
Auf fließend Wasser, Dusche und eine Toilette muss man während der drei Tage verzichten. Mit dem Ausdruck „bush toilet“ umschreiben die Australier diesen Zustand ganz nett. Die Dusche wird bei den vielen Bademöglichkeiten ersetzt. Eli Creek ist ein Süßwasser-Bachlauf, der ins Meer mündet. Lake Wabby ein See, der entstand, weil der Sand vom Strand landeinwärts geweht wurde und aus dem Bach einen See formte. Nur im Meer sollte man besser nicht baden, denn da fühlen sich die Haie wohl. Ein guter Ersatz sind da die Champagne Pools. Wie in einem Schwimmbecken hat sich das Meerwasser dank einer Kette aus Felsen angesammelt und diese halten gleichzeitig die Haie fern.
Fraser Island mit dem 120 Kilometer langen Strand ist ein Muss an der Ostküste und bekommt definitiv einen der vorderen Plätze auf meiner persönlichen Top Ten-Liste.





Ist das alles schön !Vielleicht ein nächstes Urlaubsziel ?Und die Hundchen sehen ja süß aus ,ein bischen dünn… Ich hoffe ihr habt von Euren Campingvorräten dann doch etwas abgegeben ?Liebe Grüsse von uns