Von Maoris, Vulkanen und Welliwood

Zehn Tage bin ich nun auf der Nordinsel von Neuseeland unterwegs gewesen. Nach zwei Tagen in der Großstadt Auckland ging es auf Richtung Süden über Rotorua, die Surferstadt Raglan und Taupo mit dem größten Kratersee der Welt nach…

Maketu und seine Maoris
In dem kleinen Örtchen gibt es einen Maoristamm, der seine Kultur mit den wissbegierigen Besuchern teilt. Unsere Backpackergruppe wird für einen Abend eingeladen.

Bei den Maoris lerne ich, wie man den Poi tanzt.

Aber weil wir zunächst die Eindringlinge sind, die das Territorium der Maori betreten haben, müssen wir uns in einer Begrüßungszeremonie als respektvolle Besucher erweisen. Also: Nicht lachen, wenn die Maori den Haka, einen Begrüßungstanz, der aber auch als Abschreckung für unwillkommene Besucher gilt, aufführen. Dann folgt die traditionelle Maori-Begrüßung mit Nase und Stirn des Gegenübers berühren. Fast wie bei den Eskimos.
Die Frauen lernen, wir man den Poi tanzt.

Waitomo Caves
Ab in die Unterwelt. Seit Australien bin ich im Abseiling-Fieber. Da will ich mir natürlich ein weiteres Abenteuer in Neuseeland nicht entgehen lassen. Um es noch spannender zu machen, seile ich mich in eine Höhle ab. Etwa drei Stunden schlage ich mich durch einen unterirdischen Fluss, Wasserfälle und das unterirdische Höhlensystem in dem kleinen Ort Waitomo.

Ab in die Unterwelt: Abseiling in den Waitomo Caves.

Tongariro Crossing
Erstes großes Erlebnis auf meiner Reise: Im Tongariro Nationalpark will ich die Alpinwanderung über den Vulkan Tongariro machen. Gut ausgerüstet starte ich meine 19,4 Kilometerwanderung mit dem steilen Aufstieg. Die Landschaft ist auch aus dem Film Der Herr der Ringe bekannt – hier wurden die Szenen aus Mordor und am Schicksalsberg gedreht. An dem komme ich auch vorbei. Aber das Schönste kommt eigentlich nach dem schwierigen Aufstieg: Die Emerald Lakes. Türkisblaue Kraterseen umgeben von heißen Quellen. Die Wanderung überstehe ich auch. Es hat sich gelohnt!

Der Vulkan Ngauruhoe, auch bekannt als Schicksalsberg in "Herr der Ringe".


Auf dem Gipfel ist es kalt, aber dafür habe ich eine tolle Aussicht auf die türkisblauen Kraterseen.

Wellington
Vom Nationalpark geht es zurück in die Großstadt. Neuseelands Hauptstadt Wellington ist mit gerade mal 400.000 Einwohner recht gemütlich und übersichtlich. Das Museum Te Papa ist einfach klasse, die Innenstadt und der Hafen hübsch zum Bummeln. Wellington hat aber noch zwei Spitznamen: Windy Welli, weil der Wind so kalt weht. Und: Welliwood. Die Filmstudios in Wellington sind mit Filmen wie Herr der Ringe, Avatar, The Avenger und Tintin bekannt geworden. Als Herr der Ringe Fan kann ich mir eine Tour zu Filmsets natürlich nicht entgehen lassen. Nur schade, dass man nicht mehr allzu viel davon sieht.

Ob der Ring wirklich so große Kräfte hat wie im Film?


In den Weta-Filmstudios: Gollum und ich.

Nächster Halt: Südinsel.

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Kia ora

Zweieinhalb Stunden Flugzeit plus zwei Stunden Zeitverschiebung und ich bin da. Neuseeland. Das Land der Maori. Ich lande in Auckland auf der Nordinsel und werde am Flughafen auf großen Plakaten mit den Worten „Kia ora“ begrüßt. Ein Willkommensgruß in der Sprache der Maori. Hallo Neuseeland, da bin ich. Auch im Hostel steht „Kia ora“ an der Tür, nur werben die Plakate im Inneren nicht für Tauchen am Great Barrier Reef und einen Ausflug in die Wüste, sondern eher für ein Besuch in einem Maoridorf und einen Bungee Jump.
Viel Zeit habe ich in Auckland nicht, bevor es weiter geht. Eine kleine Rundereise über die Nord- und Südinsel habe ich für die nächsten drei Wochen geplant. Also muss ich meinen kurzen Aufenthalt in der Großstadt nutzen.

Eine Rundfahrt durch den Hafen von Auckland. Es ist frisch, aber die Sonne scheint.


Ich entscheide mich für eine Hafenrundfahrt, denn Auckland liegt auf einem langgestreckten Stück Land im Norden. Eingequetscht zwischen Tasmanischer See und dem Pazifik. Viel Wasser und eine wunderschöne Aussicht auf die grüne Insel. Das macht mich neugierig auf die kommenden Tage. Über den Lautsprecher erfahre ich, was ich gerade sehe. Das beige-braune Hafengebäude, heutzutage umgeben von Wolkenkratzern, war einst das höchste Gebäude in der Stadt. Die wurde übrigens auf 59 Vulkanen errichtet. Die gehören aber alle zur Kategorie „erloschen“ oder „schlafend“. Trotzdem sagen Wissenschaftler, dass die Region laut Statistik etwa 80 Jahre überfällig ist, was einen Vulkanausbruch und ein damit verbundenes Erdbeben angeht. Nun, für heute bleibt es erstmal ruhig. Das Boot fährt weiter. Kurzer Zwischenhalt auf einer der vielen Inseln, deren Namen man nicht aussprechen kann und dann unter der Brücke im Hafen entlang. Ein Blick auf den größten Hafen für Segelboote, Westhaven, wo die weißen Masten der Boote wie tausend kleine Streichhölzer in den Himmel ragen. Nicht umsonst heißt Auckland auch „Die Stadt der Segel“.

Die Aussicht vom Mount Victoria auf Devonport und die Skyline von Auckland.


Am Nachmittag geht es nach Devonport. Ein kleiner Ort mit vielen, niedlichen, viktorianischen Häusern. Rauf auf den Mount Victoria und die Aussicht genießen. Devonport und die Skyline von Auckland im Hintergrund. Den Rest des Tages verbringe ich damit, zwischen den Wolkenkratzern entlang zu schlendern.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie an den Wolkenkratzern überhaupt die Fenster geputzt werden - so geht's!

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Mit Jeans ins Opernhaus

Oder: Musikalischer Abschluss einer Reise

Zum ersten Mal in elf Monaten stehe ich vor einer alles entscheidenden Frage: Was ziehe ich heute Abend an? Bisher war meine Reisegarderobe perfekt, egal ob Farmarbeit, Caféjob, Reisen durch die Wüste oder Strandtage. Doch auf meine letzten Tage in Sydney wird es kniffelig. Denn: Ich habe mir für den Abschluss einen Besuch im Opernhaus vorgenommen. Der letzte Höhepunkt meiner Reise, der Abschluss des Abenteuers Australien.
Schon viele Male habe ich das Opernhaus im Hafen von Sydney bestaunt. An meinem ersten Tag in der Stadt im Regen. An den darauffolgenden Tagen bei Sonnenschein. Während meiner Arbeit in den Blue Mountains habe ich meine freien Tage manchmal genutzt, um das Großstadtflair zu genießen. Beim Schlendern durch The Rocks, Sydneys ältestem Stadtteil, bleibt ein Blick auf das weltberühmte Opernhaus natürlich nicht aus. Unzählige Postkarten von diesem Ort habe ich nach Europa geschickt. Nun ist es Zeit, sich diesen faszinierenden Bau auch einmal von innen anzusehen, anstatt immer nur davor zu stehen und zwischen all den anderen Touristen ein Foto zu schießen. So hatte ich das beschlossen, Tickets für das Ballett „Onegin“ besorgt. Bis mir einfiel: Wer ins Theater geht, der macht sich schick.

Der Blick vom Opernhaus auf den Hafen und die Harbour Bridge.


Nun, schick ist in meiner Reisekleidung so gut wie gar nicht zu finden. Praktisch musste das meiste sein. Kann ich in Jeans gehen? In Deutschland eher nicht vorstellbar bei einem Theaterabend. In Sydney: Na klar, warum denn nicht. Ich habe mir also sagen lassen, dass es die Sydneysider und Besucher mit einem Opernbesuch genauso gelassen nehmen, wie mit vielen anderen Dingen. No worries lautet auch diesmal das Motto. Natürlich kann man sich hübsch machen für die Oper, aber wer in Jeans kommt, wird nicht schief von der Seite angeschaut.

Ein Besuch im Opernhaus.


So bahne ich mir also in meiner Jeans und Turnschuhe, dazu – um wenigstens etwas Eleganz zu zeigen – ein schwarzes-silbernes Oberteil, meinen Weg Richtung Eingang. Mein Mut sinkt. Schicke Abendrobe ist wohl doch angesagt. Doch dann entdecke ich zwischen all den Ballettbesuchern doch hier und da noch ein paar andere Jeansträger. Eigentlich stört es sowieso keinen, wie ich aussehe. Hinein geht es also in das berühmte Opernhaus von Sydney.
Die riesigen Dächer, die von außen aussehen wie weiße Segel, bestimmen auch in der Innenarchitektur. Die Wände laufen spitz zu, die Segel sehen von innen eher aus wie Rippenbögen, wurden sie doch nicht verputzt und versteckt. Hinter den Glasfenstern leuchten die Lichter des Hafens und der Harbour Bridge.
Das Ballett findet auch unter dem Dach eines Segels statt. Der Saal ist relativ schmal geschnitten. Ich sitze in der letzten Reihe in der Mitte, ganz oben und habe die Bühne direkt im Blick. Ein Gong, das Orchester spielt sich warm, es geht los. In den nächsten zwei Stunden tanzt sich die Sydney Ballett Company in perfektem Anmut über die Bühne. Tippeln auf ihren Zehenspitzen, die Frauen lassen die langen Kleider bei den Pirouetten wie ein Kreisel drehen. Elegante Figuren, ein hübsches Bühnenbild, eine unglaublich tolle Akustik vor ausverkauftem Saal.

Etwas finster: Der Saal kurz vor Beginn. Kein Stuhl bleibt an diesem Abend leer.


Ich nutze die Pause, um ein paar Fotos zu machen. Der Saal, der Vorraum (in dem man sich leicht verlaufen kann), der Blick auf den Hafen, ich vor der Holzvertäfelung, ich auf der Treppe, das Innenleben der Oper wird auf den Bildern festgehalten.

Ein Blick auf das bekannte Dach des Opernhaus - der Blick von Innen.


Noch einmal ein Gong und es geht weiter. Die Dramatik steigt, die Hauptfigur erkennt seine Fehler, doch es ist zu spät. Kein Happy End in diesem Stück. Aber dafür ein beeindruckendes Balletterlebnis für mich. Im Opernhaus von Sydney! Es wird geklatscht, die Tänzerinnen und Tänzer, die Dirigentin, der Choreograf kommen auf die Bühne, verbeugen sich und holen sich beim Publikum ihren Lohn ab. Der ist im Vergleich zu Deutschland kurz aber kräftig.
Dann strömen alle hinaus in die Nacht. Ich lasse mir Zeit und mache noch ein paar Fotos. Ich freue mich über diesen gelungenen musikalischen Abschluss meiner Reise – in Jeans.

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