Vom Dschungelcamp ins Knasthostel

Zurück in Sydney. In den vergangenen zwei Monaten habe ich die gesamte Ostküste bereist. Von Cairns Richtung Süden. Mehr als 3000 Kilometer liegen hinter mir. Insgesamt 17 Stationen. Es ist an der Zeit, mal etwas über das alltägliche Backpackerleben zu plaudern.

Magnetic Island: Locker und entspannt leben als Backpacker.

Hostels

In 17 verschiedenen Hostels habe ich in den vergangenen zwei Monaten übernachtet. Die meisten davon haben mir gefallen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kleine, inhabergeführte Hostels meistens nicht nur sauberer sind, sondern auch das Personal freundlicher. Da wird man schon zum Frühstück mit persönlicher Anrede begrüßt und ein schöner Tag gewünscht. Je größer das Hostel, umso unpersönlicher, umso schwerer, sich mit anderen Backpackern für ein oder zwei Tage zusammen zu tun. Die meisten kriegen nicht mal ein „Hallo“ heraus, wenn sie neu ins Zimmer einziehen.

In 17 verschiedene Betten habe ich geschlafen, mal mit mehr oder weniger ausgelegenen Matratzen. In nur sechs Hostels gab es Schließfächer auf den Zimmern, um die persönlichen Wertsachen wegzuschließen. In zwei Hostels gab es gar keine Schlüssel für die Zimmer, die Türen standen immer offen. In allen anderen musste man für Schließfächer extra bezahlen. In einem Hostel wollten sie sogar Geld für eine Bettdecke kassieren.

Netter Pool im Hostel. Sonst war es eher nicht so berauschend.

In acht Hostels musste ich eine Kaution hinterlegen, um entweder Teller, Tasse, Besteck oder alles drei zu bekommen. Noch eine Erkenntnis: Die Gefahr, beklaut zu werden, lauert direkt im Hostel. Anscheinend stecken manche Backpacker alles ein, sonst müsste man ja nicht für selbstverständliche Dinge wie eine Kaffeetasse Geld hinterlegen. Beliebtestes Objekt der diebischen Reisenden: Lebensmittel. Backpacker tragen einige grundsätzliche Dinge wie Toast, Marmelade, Nudeln, Salz mit sich herum. Die kommen im jeweiligen Hostel in einen Kühlschrank, die Kühltasche mit Namen versehen. Pech hat man, wenn am nächsten Tag nicht mehr alles da ist. Mir sind einmal meine Cornflakes „verloren gegangen“. Von anderen habe ich gehört, dass ihnen Salz und Öl, Butter und Brot geklaut wurde. Fazit: Die Kühltasche wird mit einem kleinen Reiseschloss gesichert. Das schreckt ab.

Zimmerchaos

Das ist mein Hostelzimmer in Coffs Harbour gewesen. Mein Rucksack steht zusammengepackt in einer Ecke – wer findet ihn auf diesem Bild!? Ja, wir Backpacker leben alle aus dem Koffer beziehungsweise Rucksack. Aber dieses Bild lasse ich einfach mal unkommentiert.

Damit muss man als Backpacker auch umgehen: Chaos im Hostelzimmer.

Themenhostels

Manche Hostels versuchen, ihren Gästen ein besonderes Ambiente zu bieten. Auf Magnetic Island hat mich alles etwas an ein Dschungelcamp erinnert. Palmen, ein halber Regenwald, ein kleiner Zoo mit Krokodilen und Koalas nebenan. Die Unterkünfte eher spartanisch.

Ein Hostel mit Bungalows wie im Dschungelcamp.

In Bundaberg habe ich im Cellblock übernachtet. Nein, ich wurde nicht von der Polizei eingesperrt. Aber das Hostel ist früher mal ein Knast gewesen und hat sich diesen besonderen Charme erhalten. Schmale, dunkle Gänge, schwere Stahltüren zu den Zimmern. Auf die Bettlaken waren Gefangene gedruckt.

Damit man sich gleich ganz wohl fühlt im Knasthostel.

Und derzeit bin ich in einem Hostel, das vor Jahren mal eine alte Bahnhofsstation war. Übernachtet wird hier im Zugwaggon.

Bitte einsteigen, Türen schließen, Ihr Hostel fährt ab - übernachten im Zugwaggon am Railway Square in Sydney.

Unterwegs

Ich habe die gesamte Strecke von Cairns nach Syndey im Bus zurückgelegt. Meistens waren die Busse pünktlich, die Fahrer freundlich. Ein Mal hatte ich mehr als zwei Stunden Verspätung. Meine längste Busfahrt war bisher siebeneinhalb Stunden – eine Nachtfahrt von Airlie Beach nach Rockhampton. Andere Reisende bringen es da schon auf 13 bis 14 Stunden. Das habe ich mir bisher erspart, obwohl ich sagen muss, die Busse sind im Rahmen der Möglichkeiten sehr bequem.

Nun bin ich wieder da, wo meine Australienreise vor fünf Monaten angefangen hat. Sydney. Wo es als nächstes hingeht? Mal sehen…

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3 Antworten auf Vom Dschungelcamp ins Knasthostel

  1. avatar erikawagner sagt:

    Hey Linda, habe gerne deine Reise mitverfolgt und habe gerade gelesen das du in Sydney bist. Hättest du denn lust dich mit mir in Sydney zu einem Kaffe zu treffen?

  2. avatar birgit sagt:

    Hallo Linda,
    2 Monate Ostküste – Du bist wirklich zu beneiden (obwohl dass Backpackerleben nichts mehr für mich wäre). Hier in Deutschland hat man jetzt, nach dem 1.Advent, keine Chance mehr, dem vorweihnachtlichen Rummel zu entgehen, merkst Du davon in Sydney auch etwas ?
    Vielen Dank für deinen persönlichen Gruß vom Lake Mc Kenzie, die Karte steckt an unserem Küchenschrank und lässt mich trotz Kälte vom Sommer träumen.
    Liebe Grüße von Tante Birgit

  3. avatar o. mario sagt:

    Hallo Linda,
    seit deinem traumhaften Segeltörn bei Whitsunday Island und dann noch tauchen am Great Barrier Reef, spielte ich ja schon mit dem Gedanken meinen Ausweis zu fälschen, und es auch mal als Backpacker zu versuchen- aber das Chaos im Hostel ist dann wohl doch nichts mehr für mich.Ich würd ja nur aufräumen…
    Grüß die Koalas und Kängurus
    Ganz liebe Grüße die Schönhöer.

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