In den letzten Wochen und Monaten hatten wir ja schon einige Reiseberichte von Partnerbesuchen des Stepin High School-Teams an dieser Stelle veröffentlicht. Heute setzen wir diese Reihe fort und lassen unsere beiden Kolleginnen Melanie Althöfer und Sabine Hoegen zu Wort kommen, die Ende Januar/Anfang Februar die Gruppen-Ausreisen von Stepin-Teilnehmern nach Australien (Melanie) und Neuseeland (Sabine) begleitet haben. Ein Gespräch über die Vorzüge und Unterschiede der beiden Länder am anderen Ende der Welt (…)
Hallo Melanie, hallo Sabine. Vielen Dank, dass Ihr Euch etwas Zeit für dieses Interview genommen habt. Bevor wir in das Thema Schüleraustausch in Australien und Neuseeland einsteigen, erzählt uns doch bitte zunächst etwas über den eigentlichen Grund Eurer Reisen.
Beide: Hallo, gern geschehen. Wir hatten das große Glück, jeweils eine Gruppe High School- TeilnehmerInnen beim Start in ihr großes Abenteuer, einen Schulaufenthalt am anderen Ende der Welt, begleiten zu dürfen.
Sabine: Ich bin mit 26 Teilnehmern am 24. Januar von Frankfurt nach Neuseeland gestartet.
Melanie: (…) für mich ging es ein paar Tage später los. Zusammen mit 46 Schülern und einem Känguru bin ich ebenfalls von Frankfurt nach Australien los geflogen.
War dies Euer erster Besuch am „anderen Ende der Welt“?
Sabine: Ja, für mich war es der erste Besuch in Neuseeland, und ich war total begeistert von Land und Leuten. Auckland selbst ist eine gemütliche Metropole, und die Waitakere Ranges direkt um die Ecke sind landschaftlich atemberaubend schön. Sonnenschein, schwarze Sandstrände, Regenwald, Kauri-Bäume und viel, viel Grün. Auch die Neuseeländer sind toll, offen und freundlich.

Melanie: Nee, für mich war es nicht der erste Besuch, ich bin quasi ein alter Hase… Seit meinem Work and Travel Jahr in Australien bin ich total verliebt in Land und Leute. Für mich war die Reise also auch ein „nach Hause fliegen“, Freunde wieder treffen und neue kennenlernen. Ich genieße die Laid-back-Mentality, die schöne Natur mit ihren endlosen Stränden, die tobenden Metropolen und vor allem die Orte, an denen alles zusammentrifft z.B. die Gold Coast.
Welche Punkte und Veranstaltungen standen auf Eurer Agenda?
Sabine: Zuerst haben wir die SchülerInnen bei der mehrtägigen Orientierungsveranstaltung in Auckland bzw. Sydney begleitet. Hierbei wurden den TeilnehmerInnen von unseren Partnerorganisationen die Gegebenheiten des Gastlandes erklärt, es wurde über die Mentalität des Gastlandes gesprochen und es gab gemeinsame Aktivitäten in der Gruppe. All dies hilft dabei, das Ankommen zu erleichtern und noch besser auf die Zeit im Land vorbereitet zu sein. Nachdem die SchülerInnen dann zu ihren Gastfamilien weitergereist waren, hatten wir Gelegenheit, verschieden Schulen zu besuchen und uns mit unseren australischen bzw. neuseeländischen Partnern und Kollegen auszutauschen.

Last but not least haben wir auch ein bisschen Sightseeing gemacht. Fun muss sein!
Würdet Ihr rückblickend sagen, dass sich der Trip gelohnt hat bzw. was habt Ihr für Euch an Eindrücken und Erfahrungen mitgenommen?
Melanie: Auf jeden Fall, denn nun können wir natürlich in der Vorbereitung und Betreuung noch viel besser auf die Fragen der TeilnehmerInnen eingehen und unsere Erfahrungen aus erster Hand weitergeben.

Ein paar Worte zu Australien und Neuseeland selbst. Gerade vor dem Hintergrund Eurer Besuche, welchen Schülern würdet Ihr das jeweilige Land besonders empfehlen?
Sabine: Australien oder Neuseeland sind besonders zu empfehlen für SchülerInnen, die einmal einen ganz anderen Lebens- und Schulstil kennen lernen möchten. Wer gerne Neues ausprobiert, gerne outdoors unterwegs ist und exotische Schulfächer mag, der ist dort genau richtig. Viele Schulen bieten z.B. tolle Fächer wie Outdoor Education, Performing Arts, Hospitality oder auch Marine Studies und sogar Early Childhood Studies an. Sport wird in beiden Ländern groß geschrieben, man kann surfen und segeln, und in Neuseeland haben viele Schulen sogar einen eigenen Swimmingpool oder einen Fitnessgeräteraum.
Es ist immer wieder zu lesen, dass beide Länder über ein sehr modernes und gut funktionierendes Schul- bzw. Bildungssystem verfügen: Was zeichnet Eurer Meinung Australien und Neuseeland als Ziel für ein Auslandsschuljahr aus?Â
Melanie: In beiden Ländern gibt es an den Schulen MitarbeiterInnen, die sich ganz auf die AustauschschülerInnen konzentrieren. Ohne hier zu sehr auf die jeweiligen Details einzugehen, würde ich folgende Punkte auf jeden Fall herausstellen:
- - sehr moderne Ausstattung
- - professionelle Industrieküchen
- - Flugsimulator (Australien)
- - eigene Theater
- - Sportförderprogramme
- - Smartboards/Laptopprogramme
- - Musikunterricht/Chor
- - Dunkelkammern, Tonstudios

Und worin unterscheiden sich die beiden Länder in Sachen Schüleraustausch voneinander?
Sabine: In Neuseeland gibt es im Unterschied zu Australien keine giftigen Tiere
, landschaftlich und klimatisch mehr Kontraste, d.h. das Land ist grüner und nicht so heiß wie Australien. In unserem Neuseelandprogramm kann man sich schon vor Vertragsabschluss genau die Schule aussuchen, an der man seine Austauschzeit verbringen möchte. Ein großer Vorteil ist, dass Stepin vor Ort in Neuseeland eine persönliche Betreuung und Unterstützung aller TeilnehmerInnen bietet, weil wir mit Michelle Klaassen von HighSchoolNewZealand seit vielen Jahren eine erfahrene und engagierte Partnerin haben.

Melanie: In Australien gibt es zwar ein paar giftige Tierchen, dafür aber auch die süßen Koalas und Kängurus.
Jetzt mal im Ernst: In Australien gibt es zwei verschiedene Programme. Das classic Programm dient dem Kulturaustausch, das heißt es geht primär darum die Lebensweise und Mentalität der Australier zu entdecken. Im Select Programm steht, wie in Neuseeland, der schulische Teil mehr im Vordergrund. Hier kann man auch eine Vorauswahl an Schulen treffen und so die Region wählen, in der man leben möchte.
Hattet Ihr Gelegenheit Stepin-Teilnehmer vor Ort zu treffen?
Sabine: In Neuseeland hatte während meines Besuchs die Schule gerade erst wieder begonnen, und die meisten SchülerInnen waren noch bei Einführungsveranstaltungen oder hatten ihre Einstufungstests. Einen unserer Schüler könnte ich allerdings bei der Einführungsveranstaltung ins Kayak/Kanufahren treffen.

Melanie: Ich hatte das Glück außerhalb der Gruppe, die ich begleitet habe, verschiedene Schüler treffen zu können. In Sydney habe ich zwei Schülerinnen zusammen mit den Schul-Direktoren an ihren Schulen getroffen. Dabei konnte ich mir ein sehr gutes Bild der Schulen machen und die deutlichen Unterschiede zum deutschen Schulsystem mit eigenen Augen sehen. Ich bin begeistert davon, wie intensiv sich die Kollegen an den Schulen um unsere Schüler kümmern und ihnen bei allen Fragen zur Seite stehen. Eine Schülerin hat mir vor Ort direkt erzählt, dass sie ihren Aufenthalt verlängern wird, weil es ihr dort so gut gefällt. Auf meiner weiteren Reise durchs Land habe ich dann in der Nähe von Adelaide noch eine Schülerin bei Ihrer Gastfamilie besucht.

Und in unserer guten Tradition der berühmt-berüchtigten „letzten Worte“, hier ist Eure Chance (…)
Sabine: Nach meiner Reise bleibt mir nur zu sagen: Neuseeland ist toll und „You’ve gotta love Kiwis, kiwis and kiwi fruit!“
Melanie: (…) aber Australien ist toller!
(Ihr merkt schon, wir sind völlig in die australische und neuseeländische Mentalität eingetaucht. Beide Länder necken sich nämlich gerne. Z.B. werden sportliche Ereignisse immer dann besonders interessiert verfolgt, wenn beide Länder gegeneinander antreten.)

Meine eigentlichen letzten Worte: There is nothing like Australia! Auch wenn man Australien schon zu kennen meint, es gibt immer noch mehr zu entdecken!!
Vielen Dank.





